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Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV)

Warum ist eine BUV so wichtig? Um Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erhalten müssen erst mal mindestens 36 Pflichtbeiträge (3 Jahre) innerhalb der letzten 5 Jahre vor Eintritt der BU nachgewiesen werden. Wenn Sie diese nachweisen können, erhalten Sie eine sog. Erwerbsminderungsrente (EM-Rente).

Wenn Sie Ihren Beruf (den Sie als Student jedoch noch nicht haben) nicht mehr ausüben können, wird erst mal überprüft, ob Sie nicht in einem anderen Beruf tätig arbeiten können (Berufsschutz gibt es keinen mehr). Wenn es nun heißt, Sie können 6 oder sogar mehr Stunden am Tag irgendetwas arbeiten, so erhalten Sie gar keine Rente. Wer 3 – 6 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält die halbe EM-Rente (da ein Hinzuverdienen noch möglich ist). Erst wer nur noch weniger als 3 Stunden arbeiten kann, erhält die volle EM-Rente.
 
Die Höhe dieser EM-Rente ist unterschiedlich. Wird eine EM-Rente vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch genommen, sind Rentenabschläge hinzunehmen. Für jeden Kalendermonat, für den die Rente wegen EM beansprucht wird, beträgt der Rentenabschlag 0,3 %. Der Abschlag ist jedoch auf insgesamt 10,8 % begrenzt. Unerlässlich ist somit eine Berufsunfähigkeits-Versicherung, besonders für junge Leute. Für sie bedeutet Berufsunfähigkeit unter Umständen der Absturz ins soziale Abseits. Sich gegen dieses Risiko nicht zu versichern, wirkt geradezu fahrlässig. Zudem, wenn man sich die Häufigkeit von BU ansieht. Ca. jeder 5. Angestellte und jeder 4. Arbeiter scheiden vorzeitig aus ihrem Beruf aus. In 9 von 10 Fällen wegen einer Erkrankung, ca. jeder 10. BU-Fall geht auf einen Unfall zurück. Jährlich gibt es in etwa 200000 Fälle von Berufsunfähigkeit.
 
Warum soll man sich nun am besten schon als Student versichern, wenn man seinen Beruf doch noch gar nicht ausübt und ja auch gar nicht so viel Geld hat, um die Beiträge zu zahlen? Der Hauptgrund liegt in den strengen Antragsprüfungen. (Ein weiterer Grund ist, dass Sie auch als Student schon so krank werden können oder so schwer verunglücken können, dass das mit dem Arbeiten in Zukunft nicht mehr klappen wird.) Bei Antragsstellung müssen Gesundheitsfragen und noch jede Menge weitere Fragen beantwortet werden. Das schaut z.B. so aus (Fragen aus dem Antrag auf Comfort BUV der neuen leben Versicherung):
 
Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung - was ist wichtiger?
Fragen an die zu versichernde Person
 
Bitte geben Sie sämtliche Umstände zu Ihren Gesundheitsverhältnissen an, auch wenn Sie ihnen nur geringfügige Bedeutung beimessen. Unwahre oder unvollständige Angaben zu den gestellten Fragen können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Mündliche Angaben gegenüber dem Vermittler reichen nicht aus.
 
Antworten, die Sie gegenüber dem Vermittler nicht geben wollen, holen Sie bitte unverzüglich in einem Brief an die neue leben Lebensversicherung AG nach. Bei Platzmangel Ergänzungen auf gesondertem Blatt vermerken und hier ankreuzen.
 
Körpergröße cm l Körpergewicht kg?
  • 1.
  • Besteht für Sie bereits eine Berufsunfähigkeits-Versicherung oder eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung oder ist eine solche beantragt?
  • 2.
  • Sind Sie im Beruf oder in der Freizeit besonderen Gefahren ausgesetzt?
  • 3.
  • Leiden oder litten Sie in den letzten 5 Jahren an Krankheiten, Störungen oder Beschwerden
  • 3.1
  • des Herzens, der Kreislauforgane (z.B. Herzinfarkt, -fehler, -schmerzen, erhöhter Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Venenentzündung, Thrombose)?
  • 3.2
  • der Atmungsorgane (z.B. Tuberkulose, Asthma, längerdauernde oder mehrmalige Bronchitis, Lungen-, Rippenfellentzündung)?
  • 3.3
  • der Verdauungsorgane (z.B. Magen-, Darmgeschwüre, Gelbsucht, Leber-, Gallenblasenleiden, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen)?
  • 3.4
  • der Drüsen, der Milz, des Blutes?
  • 3.5
  • der Harn- und Geschlechtsorgane (z.B. Nieren, Blase, Prostata)?
  • 3.6
  • der Sinnes- und Sprechorgane (z.B. Ohren-, Augenleiden, Dioptrienzahl über 8)
  • 3.7
  • des Gehirnes, des Rückenmarkes, der Nerven (z.B. Schlaganfall, Lähmungen, Gehirnhautentzündungen, Krämpfe, Epilepsie, Schwindel, Gemüts-, Geistesstörungen, Multiple Sklerose)?
  • 3.8
  • wie Stoffwechselerkrankungen (z.B. Zuckerkrankheit, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Fettstoffwechselstörungen)?
  • 3.9
  • wie Geschwülsten, Tumoren, Krebs? wenn ja gutartig bösartig?
  • 3.10
  • wie Infektions-, Hautkrankheiten, Allergien?
  • 3.11
  • wie Erkrankungen der Knochen, der Wirbelsäule, der Bandscheiben (z.B. Gicht, Arthritis, Rheuma)?
  • 3.12
  • aufgrund von Unfällen, Verletzungen oder Vergiftungen?
  • 3.13
  • Für Frauen: der Brust oder des Unterleibes?
  • 4.
  • Sind Sie in den letzten 5 Jahren bei einem Heilbehandler (z.B. Arzt, Heilpraktiker, Therapeuten) untersucht, beraten, behandelt oder operiert worden? Geben Sie bitte Einzelheiten zu den Fragen 3.1 bis 3.13 und 4 an, die Sie mit ja beantwortet haben: Folgende Angaben sind zu machen: Art der Krankheiten, Störungen, Beschwerden, Behandlungen, Untersuchungen usw. Namen und Anschriften der behandelnden Ärzte, Krankenhäuser,
  • 5.
  • Wurde bei Ihnen eine HIV-Infektion/AIDS festgestellt?
  • 6.
  • Nehmen oder nahmen Sie in den letzten 5 Jahren
  • 6.1
  • regelmäßig Medikamente oder Rauschmittel/Drogen? Wenn ja, welche, in welchem Zeitraum?
  • 6.2
  • häufig oder gewohnheitsmäßig alkoholische Getränke? Wenn ja, wann, in welchem Umfang?
  • 7.
  • Bezogen, beziehen oder beantragten Sie eine Rente Wenn ja, weshalb? oder Pension aus gesundheitlichen Gründen oder Leistungen nach dem Schwerbehindertengesetz?
  • 8.
  • Welcher Arzt ist über Ihre Gesundheitsverhältnisse Name und Anschrift: am besten unterrichtet (evtl. Hausarzt)?
  • 9.1
  • Welche Berufsausbildung haben Sie mit Erfolg abgeschlossen?
  • 9.2
  • Wie hoch ist der Anteil Ihrer Tätigkeiten im Büro oder in vergleichbaren Räumlichkeiten?
  • 9.3
  • Wie hoch ist der Anteil der körperlichen und manuellen Tätigkeiten?
  • 10.1
  • Welche Tätigkeiten haben Sie in Ihrem derzeit ausgeübten Beruf auszuführen?
  • 10.2
  • Bitte ausfüllen, wenn Sie Selbstständiger oder Firmeninhaber sind: Firma, Sitz: In welchem Jahr wurde die Firma/der Betrieb gegründet? Wann haben Sie die Firma/den Betrieb übernommen? Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie ständig?
  • 10.3
  • In welchen anderen Berufen waren Sie in den letzten 5 Jahren tätig? Gründe für den/die Berufswechsel?
  • 11.
  • Wie hoch ist Ihr jährliches Brutto-Arbeitseinkommen?
Sobald Sie bei den Gesundheitsfragen eine Frage mit "Ja“ beantworten, wird genau geprüft, was da genau war (der Versicherer fragt bei den angegebenen Ärzten an; das kann er, da Sie die Ärzte durch die Unterschrift auf dem Antragsformular von der Schweigepflicht entbunden haben) und sobald der Versicherer erfährt, dass da mehr als eine Routineuntersuchung oder eine einfache Erkältung war, wird in der Regel dieses Risiko nicht mehr versichert oder es wird ein Risikozuschlag erhoben. Nur sehr wenige Krankheitsfälle haben keinerlei Auswirkungen. Besonders wichtig ist, dass Sie sich versichern, solange Sie wirklich noch keinerlei Rückenbeschwerden haben, denn diese werden sofort ausgeschlossen. Keiner wird mit dem Älterwerden gesünder, nein, bei jedem kommt früher oder (hoffentlich) später irgendein Leiden.
 
Daher gilt: Je jünger, desto gesünder, desto besser und unfangreicher versichert!
Unser Tipp! Versichern Sie sich schon während des Studiums. Am besten dann, wenn Sie schon einen Abschluss wie ein Vordiplom haben, der es dem Versicherer ermöglicht, ein Berufsziel halbwegs konkret zu formulieren. In den meisten Fällen werden Sie bereits als Akademiker der günstigsten Berufsgruppe zugeordnet. Suchen Sie sich am besten einen Tarif, der Ihnen ohne die Vorgabe eines bestimmten Ereignisses (manche Tarife ermöglichen eine Erhöhung nach Eintritt eines bestimmten Ereignisses wie z.B. eine Heirat; das Problem, diese Erhöhung muss immer recht bald nach Eintritt des Ereignisses erfolgen was dazu führt, dass diese Erhöhungsmöglichkeit in der Realität kaum wahrgenommen wird bzw. werden kann;) ermöglich, die BU-Rente zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu erhöhen, z.B. zu verdoppeln. Eine Erhöhungsmöglichkeit dieser Art bieten z.B. die Alte Leipziger und der Volkswohl Bund an. Die Erhöhung muss einfach innerhalb der ersten 5 Jahre nach Vertragsabschluss erfolgen. So können Sie sich als gesunder Mensch erst einmal niedrig und unkompliziert versichern (und zahlen dann auch aufgrund der niedrigen Versicherung nur niedrige Beiträge) und nach Abschluss des Studiums können Sie sich dann die BU-Rente noch einmal kräftig erhöhen, und das ohne erneute Gesundheitsprüfung. Sollte sich bereits eine Erkrankung eingestellt haben, dann ist die Erhöhung dennoch möglich. Sollten Sie noch ganz gesund sein, können Sie immer noch einen weiteren Tarif abschließen. Einige Tarife versichern Sie während der Studienzeit erst einmal nur gegen Erwerbsunfähigkeit. Sobald Sie dann einen Abschluss haben, fällt diese Verklauselung jedoch weg. Manche Vorteile des Tarifes wiegen diesen Nachteil wieder auf. Eine Grundabsicherung ist schließlich erst einmal gegeben.
Wichtig für Lehramtsstudenten:
Für Lehrer ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit sehr hoch. Die meisten Versicherer ordnen daher den Lehrerberuf einer recht teuren Berufsgruppe zu und ermöglichen zudem nur eine Absicherung bis zum Endalter 55. Des weiteren enthalten nur noch sehr wenige Tarife eine sog. Dienstunfähigkeitsklausel. Eine solche Klausel besagt, dass eine Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen als Berufsunfähigkeit anerkannt wird. (Hier gibt es feine Unterschiede. Einfach in den Bedingungen nachlesen, wie genau die Dienstunfähigkeit anerkannt wird! Eine DU-Klausel bieten z.B. an die DEBEKA, die Bayerische Beamtenversicherung, die Barmenia oder die Karlsruher.) Je höher ein Beruf das Risiko einer Berufsunfähigkeit in sich birgt, umso teurer sind die Beiträge doch umso wichtiger ist der BU-Schutz. Daher gilt für Lehramtsstudenten das oben gesagte ganz besonders. Zusätzlich müssen Lehramtsstudenten (und auch alle anderen Studenten, die später einen Beamte werden wollen) darauf achten, ob der ausgewählte Tarif eine DU-Klausel enthält.