Ratings – ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Auswahl einer privaten Krankenversicherung

Auch wenn man nicht genau sagen kann, wie sich das deutsche Gesundheitswesen über die nächsten Jahrzehnte verändern wird, kann man weiterhin davon ausgehen, dass die Wahl der privaten Krankenversicherung eine Wahl für einen sehr langen Zeitraum bleiben wird. In vielen Fällen für das gesamte Leben. Da ist es besonders wichtig, den richtigen Versicherer mit dem richtigen Tarif zu finden. Ratings bieten hier einen guten Anhaltspunkt.

Ratings bieten Durchblick im Tarifdschungel der Krankenversicherungen

Vor 1994 waren die Versicherungen von der Finanzaufsicht zu einer gewissen Vereinheitlichung der Versicherungsprodukte gezwungen. Dies wurde geändert und der Versicherungsmarkt stark dereguliert. In der Folge unterscheiden sich die Versicherungsunternehmen und ihre Produkte mehr als früher. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass es mehr Produkte gibt, die genau für ihn zugeschnitten sind, dass es sich in der Vielfalt der Unternehmen und Tarife aber auch nur schwer zurechtfinden kann. Ratings sind daher heute ein wichtiger Leitfaden. Heute beeinflussen Ratings inzwischen 70% der Verbraucher bei der Wahl einer Versicherung.

Ratings - Die Meinung erfahrener Analysten

Meinungen sind verschieden. Absolute Wahrheiten gibt es auch hier nicht, denn Analystenmeinungen, auch wenn sie von Fachleuten formuliert werden, sind nach wie vor Meinungen. Map-Report, selbst ein Rating-Unternehmen, hat es sehr gut formuliert: "Ratings sind eine Sonderform des journalistischen Kommentars. Sie bewerten den Gesamteindruck des Unternehmens aus heutiger Sicht. Deshalb können sie nie objektiv sein. Auch die Vielfalt der Rating-Kriterien wird bleiben, wie die Vielfalt journalistischer Meinungen in Kommentaren".

Verschiedene Formen des Ratings

Es gilt zu unterscheiden:

  • Was ist das Ratingobjekt – ein bestimmter Tarif, das Versicherungsunternehmen oder beides?
  • Mit welchen Informationsquellen wurde gearbeitet?
  • Werden öffentlich zugängliche Informationen verarbeitet (sog. Q-Rating oder auch PI Rating (PI= public information)) oder interne Informationen (interactive Rating)?

Bezüglich a) ist jedoch anzumerken, dass es durchaus eine Besonderheit von Versicherungsratings (im Bereich der privaten Krankenversicherung) ist, dass es eine Korrelation von Produkt- und Unternehmensqualität zu geben scheint. Das kommt daher, dass ein Versicherungsunternehmen, das seiner Leistungspflicht nur schlecht oder gar nicht nach kommt, keinen Bestand am Markt haben kann.

Bezüglich b) ist zu sagen, dass Q-Ratings einen Jetzt- bzw. einen Vergangenheitszustand beschreiben. Interactive Ratings beziehen zusätzlich auch künftige Entwicklungen mit ein. Dies geschieht dadurch, dass auch Bewertungspunkte wie z.B. Qualität der Unternehmensführung, Qualität von Geschäftsprozessen oder Fähigkeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten der Mitarbeiter mit einbezogen werden.

Ein Rating ist kein Ranking

Das wird oft verwechselt oder gleichgestellt. Dabei besteht ein bedeutender Unterschied zwischen den beiden. Ein Ranking ermittelt einen 1. Platz und einen 2. Platz und einen 3. Platz und so weiter. Bei Ratings werden bestimmte Bewertungsmaßstäbe festgesetzt und diese dann, ggf. auch mehrmals, vergeben. Da gibt es dann z.B. 3 Versicherungsunternehmen mit der Bewertung "Sehr gut“ und 15 Unternehmen mit der Bewertung "gut“ und so weiter.

Unser Tipp: Werbeunterlagen kritisch betrachten!

In Werbeunterlagen privater Krankenversicherungen werden in den meisten Fällen nur Bewertungsergebnisse abgedruckt. Es finden sich leider keine Informationen über die Art des Ratings. Auch werden stets nur die positiven Ergebnisse aufgeführt. Lesen diese Werbeunterlagen daher nicht einfach kritiklos durch und klären Sie ggf. offene Fragen mit Ihrem Berater oder Makler vor Vertragsabschluss.

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